OffenSpielBar

 

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Spielstunde: Imke Eisenblätter, die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes

Deutsche Tafeln ( r.), spielte während ihres Besuches in der  "OffenSpielBar" in Schwedt mit Flüchtlingskindern.

 

Schwedt (MOZ) 30 bis 60 Flüchtlinge und Asylbewerber kommen täglich in die "OffenSpielBar".

Die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafeln, Imke Eisenblätter,

nannte sie jetzt bei einem Besuch in Schwedt einen "Leuchtturm der Integration"

 

Ahmad ist ein ehemaliger Bäcker aus Damaskus. Er hat dort solange Brot gebacken, bis Bomben seine Bäckerei in Schutt

und Asche legten. Dann ist er mit seiner Familie geflohen. Bis nach Schwedt.

Ahmad gehört zu den 30 bis 60 Kindern, Frauen und Männern aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, Tschetschenien, Somalia und Eritrea,

die regelmäßig die "OffenSpielBar" besuchen, informiert Andreas Noack, Geschäftsführer der Schutzhütte.

Gemeinsam mit Stefan Bornschlägel von der Evangelischen Christengemeinde und Unterstützung der "Aktion Mensch" sowie unter Mitarbeit von

Flüchtlingen hat er die "OffenSpielBar" erdacht und realisiert. Die Vermieter helfen dem Projekt zum Feiern, Tanzen, Reden und Spielen. In einem

Raum stehen zwei Tischtennisplatten, ein großer Billardtisch, Sofas, Sessel, Stühle. Ein anderer Raum beherbergt Tische zum Basteln und

Kicken. Aus dem "Bistro" der Christengemeinde schallt abwechselnd arabische, englische und deutsche Musik.

 

"Wir können nicht warten, wir brauchen jetzt integration, wenn das Zusammenleben funktionieren soll", erklärt Andreas Noack, was ihn und

andere Projektbeteiligte antreibt, die "OffenSpielBar" ins Leben zu rufen. "Wir haben zur Zeit zwölf Menschen, davon wier aus Syrien, die über

den Bundesfreiwilligendienst die OffenSpielBar betreuen." Diese ist ein offener Treff für Spiel und Begegnung von Flüchtlingen und Schwedtern

Freiwillige, die mit den Flüchtlingen Deutsch sprechen. Immer noch werden dafür Bereitwillige gesucht, ebenso wie Spender für das Projekt.

 

Imke Eisenblätter, die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafeln, hat auch die Geschichte des Bäckers Ahmed

während ihres Besuches gehört. Übersetzt hat ein weiterer Flüchtling, der bereits gut Deutsch spricht und einen Job als Koch in Schwedt

gefunden hat."Kompliment, großartig, was sie hier leisten", sagt Imke Eisenblätter zu Andreas Noack und bezieht die Bundesfreiwilligen in das

Lob ein. Sie hält das Projekt der Schutzhütte für beispielhaft in Deutschland. "Ich habe hier durchweg, freunliche, sympatische, fröhliche

Menschen kennengelernt. Syrer, die sich bemühen, Deutsch zu lernen und zu sprechen. Deutsche, die mit den Flüchtlingen aus verschiedenen

Ländern spielen, die deutsche Sprache, Kultur und Werte auf diesem Weg vermitteln. Es ist eine herzliche und warme Atmosphäre hier

in Schwedt. So etwas wie diese OffenSpielBar ist mir noch nie begegnet. Hier werden die Meschen zu Mitarbeitern gemacht und so integriert"

 

Bei den Gesprächen der stellvertretenden Vorsitzenden des BundesverbandesDeutsche Tafeln mit den Flüchtlingen ging es um persönliche

Schicksale, Wünsche für die Zukunft und die Chancen, sie zu gestalten. Viele warten noch immer auf ihre amtlichen Bescheide, um richtig

loslegen zu können.

 

Die Tafeln in Deutschland unterstützen deutschlandweit rund 1,5 Millionen Menschen mit 200000 Tonnen Lebensmitteln. Zirka ein Drittel davon

sind Kinder, 250000 sind Flüchtlinge.

 

Öffnungszeiten OffenSpielBar: Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr